Das geheimnisvolle Kreuz

Ein schlichtes Kreuz an der Rur. Was hat es damit auf sich?

Es steht ein bisschen versteckt da, nahe des Rurufers zwischen Krügerbrücke und Lendersdorf. Links des Flusses, wenn man nach Süden schaut: ein schlichtes Kreuz. Ein geheimnisvolles Kreuz. Es steht auf einem Stein mit einer Inschrift. Und die gibt Rätsel auf:
15.9.1945
Hubert Fuhs und sieben spielende Kinder
gewidmet von Frau Käthe Fuhs, Düren, Overhues-Allee 40
und Sohn, Baurat, Diplom-Ingenieur in Lübeck
Warum steht es da, das Kreuz? Was ist hier passiert im Herbst vor 65 Jahren?
Der Krieg war aus. Sind damals am Rurufer acht Menschen ums Leben gekommen, weil sie auf eine Mine getreten sind, auf eine Granate, auf etwas Anderes, das sich entzündete? Sind die Kinder und Hubert Fuhs auf andere Art ums Leben gekommen?
In diesem Fall hilft auch das Internet nicht weiter. Kein Hinweis. Die Zeittafel zur Geschichte Dürens von Hans J. Domsta, Helmut Krebs und Anton Krobb hat unter dem 15. September nur einen Eintrag: “Das Amtsgericht nimmt mit Ausnahme des Grundbuchamtes, das Nov. 30 folgt, die Tätigkeit wieder auf.”
Nichts über Hubert Fuhs und sieben spielende Kinder.
Dass sie kurz nach Kriegsende durch Minen getötet wurden, ist nicht so unwahrscheinlich. Der leider viel zu früh gestorbene Dürener Zeitungsmacher und Verleger Dr. Egon Schiffer schreibt in seinem Buch “Verzweiflung und Hoffnung”, einem persönlichen Erlebnisbericht über die Zerstörung und den Wiederaufbau Dürens, dass es 1945/1946 insgesamt 85 Tote und 57 Verletzte durch Minen gab. Schiffer formuliert unter anderem: “Besonders tragisch verläuft das Minenunglück am 31. März, als sieben spielende Jungen im Alter zwischen acht und 13 Jahren durch Minen in der Nähe des DJk-Schwimmstadions zwischen Krügerbrücke und Lendersdorfer Brücke getötet werden.”
Das dürfte der Grund für das Kreuz sein. Bis auf das Datum stimmen die Fakten. Laut meines geschätzten Kollegen Egon Schiffer ereignete sich das Unglück am 31. März. Auf dem Kreuz ist der 15.9. vermerkt. Wurde es an dem Tag aufgestellt?
Nun zurück ins Hier und Jetzt: Seit langem baut die BILD-Zeitung auf so genannte Leser-Reporter (ein paar andere Zeitungen machen das auch). Vielleicht weiß ja jemand aus der Düren spüren-Lesergemeinde mehr über diesen geheimnisvollen Ort an der Rur und teilt es uns mit. Gibt es weitere solcher Gedenkstätten, solcher Orte? Wir würden uns freuen, es zu erfahren. Und darüber schreiben, klar. Es wäre ein kleiner Beitrag zur lokalen Geschichtsforschung. Ist immer interessant.
Wir sind gespannt.

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